Rock für ein buntes Vogtland

Teil 1: Ein Festival erblickt das Licht der Welt

Im Frühjahr 2009 hat sich eine Hand voll junger und engagierter Leute im Vogtland auf den Weg gemacht, ihre Vision von einem bunten, lustigen und lauten Kultur- und Musikspektakel in die Tat umzusetzen – ganz im Sinne eines deutlichen Zeichens für kulturelle und weltanschauliche Freiheit und Vielfalt und gegen die abgestandene, dumpfe und gänzlich sinnentleerte Ideologie von Rechts. Und wahrlich: Es könnte der Beginn von etwas Großartigem gewesen sein, die Geburtsstunde einer möglicherweise einzigartigen Erfolggeschichte: „Rock für ein Buntes Vogtland“ – da durften natürlich auch wir Greizer Jusos nicht fehlen.

Die Idee: Warum immer nur auf langweilige und nervige NPD-„Familien- und Heimatfeste“ reagieren und immer wieder aufs neue `gegen´ die Verunstaltung und verbale Verschmutzung des öffentlichen Raums durch die rechten Spinner demonstrieren? Warum nicht einfach mal `für´ etwas – für nazifreie Räume – einstehen, eine aktive Maßnahme einleiten, die auch noch Gesellschaftlichkeit, Kreativität, Spaß und gute Laune befördert? Ja, warum eigentlich nicht.

 

 

Gesagt, getan: Einige schlaflose Nächte und zahlreiche Stammtischrunden später, begann `das´ Projekt des Jahres 2009 im Vogtland Gestalt anzunehmen. Dafür gab es nun allerdings auch jede Menge zu tun: Vereine, Jugendorganisationen, Gewerkschaften und Verbände einladen, Bands organisieren, Programm erstellen, Werbung platzieren, Plakate und T-Shirts drucken, Anmeldungen tätigen, Genehmigungen einholen, Pressemitteilungen schreiben, Ab- und Rücksprachen treffen, Mails schreiben, telefonieren, telefonieren und nochmals telefonieren…. Ja und dann, war es schließlich soweit. Am 12. Juni 2009 hieß es „Bühne frei“ an der Göltzschtalbrücke für den Auftakt einer neuen multikulturellen und multimusikalischen Großveranstaltung – für ein `buntes´ Vogtland und (zumindest zwischen den Zeilen) gegen die Verdummung von Rechts.

Für uns Jusos war es nicht nur eine Frage der Ehre mit dabei zu sein und Gesicht zu zeigen, sondern wir wollten natürlich auch zur Bereicherung des ohnehin schon vielfältigen Events und zu dessen Gelingen beitragen. Dafür haben wir uns – passend zum Anlass – ein kleines Spielchen ausgedacht, bei dem sich die Besucher einmal auf andere Art und Weise mit Rechten auseinandersetzen konnten: „Nazi-Dart“.

 

 

Nazi-Dart? Was ist das denn? Keine Panik, ist schnell erklärt: Viele rote Juso-Luftballons (das sind die „Guten“) an einer großen Dartwand (siehe Bild oben). Dazwischen verstecken sich vereinzelt Maulwürfe und bösartige braune Nazi-Ballons. Die Aufgabe: Die „bösen“ Nazi-Ballons aus der Masse der „guten“ Juso-Ballons herauszuschießen, ohne dabei die Juso-Ballons zu erwischen. Ist nicht nur ziemlich spaßig das Ganze, sondern unsere Idee war – ohne prahlen zu wollen – der absolute Einschlag. Zeitweilig haben wir es kaum geschafft, die vielen nazi- und schießwütigen Besucher alle mit Darts und Ballons zu versorgen. Kein Wunder auch, schließlich gab es als Preis für die „Rettung des Vaterlandes“ und der geistigen Freiheit eine schöne rote Juso-Frisbee-Scheibe. Und schon allein deshalb war der Rock im Vogtland ein "bunter" Rock, schwebten doch über dem Veranstaltungsgelände unzählige rote Frisbee-Scheiben.

 

 

Schon allein aufgrund des herausragenden Erfolgs dieses Events, das von beinahe 200.000 Gästen besucht wurde (kleiner Scherz, zwei Nullen müssen weg), gibt es (wie sicherlich auch in den darauffolgenden Jahren) auch in diesem Jahr wieder einen „Rock für ein buntes Vogtland“.(siehe Flyer unten). Und natürlich werden auch wir wieder mit von der Parti sein, allein die langen Gesichter der rechten Triefnasen, die sich dorthin verirrt hatten, waren die Mühen im Vorfeld wert.

 

Fortsetzung folgt…

 
 

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